Was ist ein Beckenorganprolaps? Symptome, Ursachen und Behandlungsoptionen
Ein häufiger Zustand, über den selten gesprochen wird
Ein Beckenorganprolaps (BOP) betrifft schätzungsweise jede vierte Frau über 40 Jahre – doch er bleibt einer der am wenigsten diskutierten Zustände in der Frauengesundheit. Viele Frauen leben jahrelang mit Symptomen, bevor sie Hilfe suchen, oft weil sie nicht wissen, dass ihre Beschwerden einen Namen, eine Ursache und wirksame Behandlungen haben.
Dieser Artikel erklärt, was ein Beckenorganprolaps ist, warum er auftritt und welche Möglichkeiten Sie haben.
Was ist ein Beckenorganprolaps?
Ein Beckenorganprolaps tritt auf, wenn die Muskeln, Bänder und Bindegewebe, die die Beckenorgane – Blase, Gebärmutter und Mastdarm – stützen, schwächer werden oder sich dehnen, wodurch eines oder mehrere dieser Organe in den oder über den Vaginalkanal absinken können.
Es gibt verschiedene Arten von Prolaps, benannt nach dem betroffenen Organ:
- Zystozele – die Blase sinkt in die Vorderwand der Vagina (der häufigste Typ)
- Rektozele – der Mastdarm wölbt sich in die Hinterwand der Vagina
- Gebärmutterprolaps – die Gebärmutter sinkt in den Vaginalkanal ab
- Vaginalstumpfprolaps – nach einer Hysterektomie kann der obere Teil der Vagina absinken
- Enterozele – der Dünndarm drückt in die Vaginalwand
Ein Prolaps wird auf einer Skala von Stadium 1 (mild, Organe leicht abgesenkt) bis Stadium 4 (schwer, Organe ragen aus der Scheidenöffnung heraus) eingestuft.
Was verursacht einen Beckenorganprolaps?
Ein Prolaps entwickelt sich, wenn die Stützstrukturen des Beckenbodens beschädigt oder geschwächt sind. Die häufigsten Ursachen sind:
- Vaginale Geburt – insbesondere mehrere Geburten, große Babys oder langes Pressen
- Menopause – sinkender Östrogenspiegel schwächt das Beckenbindegewebe
- Altern – natürlicher Verlust von Muskeltonus und Gewebeelastizität im Laufe der Zeit
- Chronisches Pressen – jahrelange Verstopfung oder schweres Heben
- Fettleibigkeit – Übergewicht erhöht den Abwärtsdruck auf den Beckenboden
- Genetik – einige Frauen haben von Natur aus weniger robustes Bindegewebe
- Frühere Beckenoperationen – einschließlich Hysterektomie
Symptome eines Beckenorganprolaps
Die Symptome variieren je nach Art und Schwere des Prolaps. Häufige Anzeichen sind:
- Ein Gefühl von Schwere, Druck oder Völlegefühl im Becken
- Das Gefühl, dass etwas aus der Vagina „herausfällt“
- Eine Wölbung an der Scheidenöffnung sehen oder fühlen
- Harnwegssymptome: undichter Urin, Harndrang, Schwierigkeiten beim Entleeren der Blase oder wiederkehrende Harnwegsinfektionen
- Darmsymptome: Verstopfung, Schwierigkeiten beim Stuhlgang oder unvollständige Entleerung
- Beschwerden oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Schmerzen im unteren Rücken
Die Symptome sind oft nach längerem Stehen oder körperlicher Aktivität schlimmer und bessern sich im Liegen.
Welche Möglichkeiten haben Sie?
Beckenbodenrehabilitation
Bei leichtem bis mittelschwerem Prolaps ist das Beckenbodenmuskeltraining die von den meisten Gynäkologen und Urogynäkologen empfohlene Erstbehandlung. Die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur kann die Beckenorgane unterstützen und die Symptome lindern – und in einigen Fällen verhindern, dass sich der Prolaps verschlimmert.
Es ist wichtig, mit einem Beckenbodenphysiotherapeuten zusammenzuarbeiten oder ein geführtes Programm zu verwenden, da einige Übungen den intraabdominalen Druck erhöhen und den Prolaps verschlimmern können, wenn sie falsch ausgeführt werden. Der SculptHer PelviRestore bietet ein strukturiertes, progressives Training, das darauf ausgelegt ist, den Beckenboden sicher zu stärken.
Pessar
Ein Pessar ist ein herausnehmbares Silikonprodukt, das in die Vagina eingeführt wird, um das prolabierte Organ zu stützen. Es ist eine nicht-chirurgische Option, die sehr effektiv zur Symptomkontrolle sein kann, insbesondere für Frauen, die keine Operationskandidaten sind oder diese lieber vermeiden möchten.
Lebensstiländerungen
Die Behandlung von Verstopfung, die Aufrechterhaltung eines gesunden Gewichts, das Vermeiden von schwerem Heben und das Aufhören mit dem Rauchen können alle dazu beitragen, das Fortschreiten des Prolaps zu verringern und die Symptome zu kontrollieren.
Operation
Bei schwerem Prolaps oder in Fällen, in denen eine konservative Behandlung keine ausreichende Linderung gebracht hat, kann eine chirurgische Korrektur empfohlen werden. Es gibt verschiedene chirurgische Ansätze, und die richtige Option hängt von der Art und Schwere des Prolaps, Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand und Ihren Zielen ab.
Gut leben mit Prolaps
Eine Prolapsdiagnose kann beängstigend sein – aber es ist wichtig zu wissen, dass viele Frauen mit Prolaps mit einer angemessenen Behandlung ein erfülltes, aktives Leben führen. Der Schlüssel liegt in einer genauen Diagnose, dem Verständnis Ihrer Optionen und einem proaktiven Ansatz zur Beckenbodengesundheit.
Wenn Sie den Verdacht haben, einen Prolaps zu haben, ist der wichtigste erste Schritt, einen Arzt aufzusuchen – idealerweise einen Urogynäkologen oder Beckenbodenphysiotherapeuten – für eine genaue Beurteilung.
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Dieser Artikel dient nur zu Bildungszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Wenn Sie den Verdacht haben, einen Beckenorganprolaps zu haben, konsultieren Sie bitte einen qualifizierten Gesundheitsdienstleister für Diagnose und Behandlung.