Schmerzen im unteren Rücken und Beckenboden: Gibt es eine Verbindung?

Die Verbindung, die die meisten Menschen übersehen

Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich gehören zu den häufigsten Beschwerden im Gesundheitswesen – sie betreffen bis zu 80 % der Erwachsenen irgendwann in ihrem Leben. Die meisten Menschen gehen davon aus, dass es sich um ein Wirbelsäulenproblem, eine Muskelzerrung oder die Folge einer schlechten Haltung handelt. Was weitaus weniger Menschen wissen, ist, dass der Beckenboden häufig ein mitwirkender Faktor ist – und dass seine Behandlung einen erheblichen Unterschied machen kann.

Wie Beckenboden und unterer Rücken miteinander verbunden sind

Ihr Beckenboden ist Teil Ihres tiefen Rumpfmuskelsystems – einer Gruppe von vier Muskeln, die zusammenarbeiten, um Ihre Wirbelsäule und Ihr Becken zu stabilisieren: Zwerchfell, tiefer Bauchmuskel (Transversus abdominis), Multifidus und Beckenboden. Diese Muskeln sind so konzipiert, dass sie sich während der Bewegung automatisch koaktivieren, um die Wirbelsäule zu schützen.

Wenn der Beckenboden schwach, überaktiv oder schlecht koordiniert ist, ist das gesamte tiefe Rumpfmuskelsystem betroffen. Die Wirbelsäule verliert einen Teil ihrer dynamischen Stabilisierung, und andere Muskeln – einschließlich der oberflächlichen Rückenmuskulatur – müssen kompensieren. Im Laufe der Zeit führt diese Kompensation zu Muskelermüdung, veränderten Bewegungsmustern und chronischen Schmerzen im unteren Rückenbereich.

Der Forschungszusammenhang

Mehrere Studien haben signifikante Zusammenhänge zwischen Beckenbodenfunktionsstörungen und Schmerzen im unteren Rückenbereich festgestellt:

  • Frauen mit Stressharninkontinenz haben höhere Raten an Schmerzen im unteren Rückenbereich als kontinentale Frauen
  • Beckenbodenmuskelstörungen sind bei Menschen mit chronischen Schmerzen im unteren Rückenbereich häufiger als bei schmerzfreien Kontrollpersonen
  • Die Behandlung von Beckenbodenfunktionsstörungen hat in mehreren klinischen Studien zu einer Verbesserung der Ergebnisse bei Schmerzen im unteren Rückenbereich geführt
  • Schwangerschaftsbedingte Beckengürtelschmerzen – die bis zu 20 % der schwangeren Frauen betreffen – sind eng mit Beckenboden- und tiefen Rumpfmuskelfunktionsstörungen verbunden

Anzeichen dafür, dass Ihre Schmerzen im unteren Rückenbereich eine Beckenbodenkomponente haben könnten

  • Schmerzen im unteren Rückenbereich, die sich während oder nach längerem Stehen oder Gehen verschlimmern
  • Rückenschmerzen, die mit Blasen- oder Darmbeschwerden einhergehen
  • Schmerzen, die während der Schwangerschaft oder nach der Geburt begannen oder sich verschlimmerten
  • Rückenschmerzen, begleitet von Hüftschmerzen oder Beckengürtelschmerzen
  • Schmerzen, die nicht auf Standard-Rückenbehandlungen (Massage, Chiropraktik usw.) angesprochen haben

Was man dagegen tun kann

Den Beckenboden direkt ansprechen

Wenn Ihre Schmerzen im unteren Rückenbereich eine Beckenbodenkomponente haben, ist die Behandlung des Beckenbodens unerlässlich – nicht optional. Dies bedeutet ein gezieltes Beckenbodentraining zur Wiederherstellung von Kraft und Koordination, kombiniert mit einer Rehabilitation des tiefen Rumpfes.

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Atemmechanik wiederherstellen

Die Zwerchfellatmung ist die Grundlage der tiefen Rumpffunktion. Wenn Sie gewohnheitsmäßig in Ihre Brust statt in den Bauch atmen, funktioniert Ihr tiefes Rumpfmuskelsystem – einschließlich Ihres Beckenbodens – nicht optimal. Die Wiederherstellung einer korrekten Atemmechanik ist oft der erste Schritt in der tiefen Rumpfrehabilitation.

Einen Beckenbodenphysiotherapeuten aufsuchen

Bei anhaltenden Schmerzen im unteren Rückenbereich mit Verdacht auf eine Beckenbodenkomponente kann ein Beckenbodenphysiotherapeut den Zusammenhang zwischen Ihrer Beckenbodenfunktion und Ihren Rückenschmerzen beurteilen und einen gezielten Behandlungsplan entwickeln. Dies ist besonders wertvoll für Frauen nach der Geburt und für Personen mit chronischen Rückenschmerzen, die nicht auf eine Standardbehandlung angesprochen haben.

Übungen vermeiden, die beides verschlimmern

Übungen mit hoher Belastung wie schwere Kreuzheben, Sit-ups und bestimmte Yoga-Posen können sowohl Beckenbodenfunktionsstörungen als auch Schmerzen im unteren Rückenbereich verschlimmern, wenn das tiefe Rumpfmuskelsystem nicht richtig funktioniert. Bauen Sie zuerst das Fundament auf.

Fazit

Wenn Sie chronische Schmerzen im unteren Rückenbereich haben – insbesondere wenn diese von Beckenbodenbeschwerden begleitet werden –, lohnt es sich, den Beckenboden als beitragenden Faktor zu untersuchen. Es ist ein oft übersehenes Puzzleteil, das bei der richtigen Behandlung einen erheblichen Unterschied machen kann.

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Dieser Artikel dient nur zu Bildungszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Bitte konsultieren Sie einen qualifizierten Gesundheitsdienstleister für personalisierte Anleitungen bei Schmerzen im unteren Rückenbereich.

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